Berührungslosigkeit – Gestensteuerung im Alltag

„Die Qualität einer Interaktion in Form einer Geste, ist abhängig von ihrer Selbstbeschreibungsfähigkeit*, Benutzerfreundlichkeit** und ihrem
minimalen Handlungsaufwand in der Ausführung. Das Kombinieren
und Ausbalancieren von verschiedenen Feedbackarten steigert
die Qualität der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Feedback ist zum Erlernen einer Geste essenziell.“
*
Intuitivität
**
Physiologie / Anatomie des menschlichen Körpers

Jetzt selbst testen!

Leap Motion

Scrollen

Ab hier kann mit der Website berührungslos interagiert werden. Dazu müssen Sie Ihre Hand über die Leap Motion halten. Danach können Sie, mit ihrem horizontal ausgestreckten Zeigefinger über der Leap Motion, diese Seite steuern. Durch das Kreisen des Zeigefingers im Uhrzeigersinn kann durch die Inhalte gescrollt werden. Um Videos abzuspielen oder zu pausieren, können Sie den Anzeigepunkt der Leap Motion oder den Cursor über die Videos bewegen. Das Entfernen der Hand über der Leap beendet die Interaktion.

Einführung

Interpretation der Gesten

In dem Fach „Invention I" beschäftigten wir uns mit neuen Technologien und deren zukunftsorientierten Einsatzgebieten. Bei unseren Projekten geht es nicht darum, darauf zu achten, wie weit eine Technologie bereits ausgereift ist, sondern darum, die Chance dieser technischen Erkenntnisse zu erkennen und mit ihnen, anderen Menschen zu helfen und den Alltag zu vereinfachen. Über das Semester beschäftigten wir uns intensiv mit Gestensteuerung im Alltag. Viele Gesten haben sich bei Einigen von uns im Alltag eingebürgert, wie etwa das Swipen nach links oder rechts, um am Tablet oder Smartphone eine Seite zu wechseln. Viele Technologien bewegen sich bereits immer weiter weg von haptischer Interaktion hin zu berührungsloser
Interaktion. Einige Beispiele sind Microsoft Kinect, Smart TV's, Leap Motion, Ring und MYO. Auch in Science Fiction begegnen uns berührungslose Technologien, wie Holograme, Gedankensteuerung, Smart Home und Screens, welche durch das bloße "Darauf zeigen" auf Anhieb gehorchen. Aber auch jetzt schon weilen berührungslose Technologien unter uns, welche vor allem im Bereich Hygiene eine wichtige Rolle spielen, wie sensorgesteuerte Türen oder Seifenspender. Die Berührungslosen Gesten weckten unser Interesse und somit entstand eine Exploration über das Thema "Gestensteuerung im Alltag". Hierbei analysierten wir bisherige Handlungsabläufe, kategorisierten wir Gesten und setzten uns mit dem Thema Feedback auseinander.
Danach hatten wir die Idee einen Interpretationsradius festzulegen, indem das Gerät auf die ausgeführten Gesten reagiert und diese interpretiert.

Gestenindex

Cursor hier her bewegen!

1. Regelung

Die ausgestreckte Handfläche wird vertikal bewegt. Je nachdem, ob die Hand gesenkt oder gehoben wird, fällt oder steigt der Wert, welcher geregelt wird, z.B. die Helligkeit der Lampe. Dabei ist sowohl stufenloses Dimmen, als auch Stufeneinstellung möglich. Der Minimal- und Maximalwert liegt dabei jeweils am tiefsten bzw. höchsten bequemen Punkt der Bewegung (angemessene Bewegungsstrecke). Bei dem Beispiel des Rolladens kann mit der Hand auch der gewünschte Stand angezeigt werden, indem man mit der Handfläche direkt auf die gewünschte Höhe zeigt.

Cursor hier her bewegen!

2. Stufen einstellen

Die ausgestreckte Faust wird um die eigene Achse gedreht. Je nachdem, in welche Richtung die Hand gedreht wird, fällt oder steigt der Wert, welcher geregelt wird, z.B. die Lautstärke des Radios. Dabei ist es sowohl möglich stufenloses Dimmen zu verwenden, als auch Stufeneinstellung. Der Minimal- und Maximalwert liegt dabei jeweils bei der maximalen Drehung nach links bzw. rechts.

Cursor hier her bewegen!

3. Öffnen

Die ausgestreckte Handfläche wird in einer Swipe-Geste von rechts nach links zum Körper gezogen. Dadurch werden Türen und Fenster angesprochen. Mit dieser Bewegung kann auch während dem Laufen eine Tür intuitiv geöffnet werden.

Cursor hier her bewegen!

4. Schließen

Die ausgestreckte Handfläche wird in einer Swipe-Geste von links nach rechts vom Körper wegbewegt, was das Gegenteil zur „Öffnen-Geste“ darstellt. Dies erleichtert dem Nutzer die Gesten zu lernen, da die Bewegungsrichtung einer sich öffnenden oder schließenden Tür, ebenfalls gegensätzlich ist.

Cursor hier her bewegen!

5. Kippen

Die ausgestreckte Hand wird mit der Handfläche nach unten gegen das anzusteuernde Gerät gestreckt. Danach kippt man die Hand nach hinten, was als Pendant zum Kippen des angesteuerten Fensters angesehen wird. So werden die Parallelen zwischen Geste und Aktion schlüssig.

Einführung Versuchsaufbau – Feedback

Nachdem wir unseren Gestenindex erstellt hatten, analysierten wir allgemeines Feedback. Wir stellten fest, dass Feedback in drei verschiedene Typen unterteilt werden kann: Auditives Feedback (Töne und Melodien), visuelles Feedback (Bild und Video) und die Kombination der Beiden. Um dies zu verdeutichen entwarfen wir einen Versuchsaufbau und verfassten eine These. Der Versuchsaufbau soll die Wichtigkeit von Feedback innerhalb einer Interaktion verdeutlichen und die von uns aufgestellte These beweisen. Das Video zum Versuchsaufbau gibt einen Eindruck der essenziellen
Relevanz von Feedback bei der berührungslosen Interaktion mit verschiedenen Bedienelementen. In der ersten Phase des Aufbaus wird dem User keinerlei Feedback gegeben. Das Feedback und die Feedbackarten werden bei den nächsten Phasen gesteigert bis zu der Phase in der jede Art von Feedback vorhanden ist. In den letzten Phasen wird gezeigt, wie eine optimale Kombination der Feedbackarten aussieht. Das bedeutet, dass in den meisten Situationen nicht alle drei Arten von Feedback verwendet werden müssen. Um dem User das optimale Feedback geben zu
können, werden nur ein oder zwei Feedbackarten genutzt. Dies wird auf die jeweilige Situation angepasst. Des Weiteren konzentrierten wir uns verstärkt auf das optimale Feedback berührungsloser Interaktion. Die Interaktion, beispielsweiße mit einem Touchscreen, würde andere Feedbackarten benötigen.

Cursor hier her bewegen!

Zusammenfassung

Das Projekt mit dem Titel „Berührungslosigkeit – Gestensteuerung im Alltag“ war eine Exploration ins Ungewisse. Mit diesem Thema hatte sich zuvor kaum jemand beschäftigt. Dies bedeutet, dass wir als Studenten komplettes Neuland betreten haben. Wir selbst beschäftigten uns davor eher weniger mit berührungsloser Gestensteuerung. Verwendet haben wir lediglich rudimentäre Gesten wie Scrollen und Swipen, welche uns durch Touchscreens oder dem Trackpad des Apple Macbooks bereits bekannt waren. Am Ende des Semesters war es für uns klar, dass wir ein zukunftsorientiertes Themengebiet ausgesucht hatten.
Dadurch haben wir aber auch verstanden, dass es gut ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen und neue, unkonventionelle Wege zu beschreiten. Mit unserem Projekt wollen wir die Möglichkeit der Gestensteuerung in naher Zukunft verdeutlichen. Heute schon können durch Geräte wie die Leap Motion berührungslose Interaktionen ermöglicht werden. Wie das ganze in zehn Jahren aussieht ist kaum abzusehen. Jedoch haben wir einen Schritt in diese Richtung gemacht und mit unserem Gestenindex Maßstäbe gesetzt und vorraus gedacht. Eine andere Frage ist die Praxisnähe zur Realität.
Beispielsweiße können körperlich eingeschränkte Personen Geräte in ihren Wohnungen einfacher bedienen und so eine gewisse Selbständigkeit im Alltag erlangen. Auch in der Medizin spielt das Thema „Berührungslosigkeit" eine große Rolle. Durch berührungslose Steuerung von Diagnosegeräten oder Ähnlichem, könnten die Hygienestandards in Krankenhäusern deutlich verbessert werden. Am Ende können wir sagen, dass die Exploration in diesem Themengebiet hoch interessant ist. Leider bekommt das Potenzial der Gestensteuerung im Alltag unserer Meinung nach noch zu wenig Aufmerksamkeit.

Team

Lara Koch
20 Jahre alte Studentin für Interaktionsgestaltung, mit einem offenen Charakter und einer Liebe zu Disney Klassikern.
Julian Arnold
21 Jahre junger Student für Interaktionsgestaltung mit einer Vorliebe für minimalistisches Webdesign und Marvel Filme.
Julian Ebert
20 Jahre alter Student für Interaktionsgestaltung aus dem Umland, der dafür kämpft den Dialekt am Leben zu halten.